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Was ist GHK-Cu?

GHK-Cu ist das bekannteste Kupferpeptid. Hier erklären wir, wie es aufgebaut ist, woher es stammt, wie es sich von GHK und AHK-Cu unterscheidet — und was fünf Jahrzehnte Forschung tatsächlich gezeigt haben, mit Quellen.

Aktualisiert: 26. September 2026 · Lesezeit ca. 6 Min.
Kurz & knapp

GHK-Cu (Kupfer-Tripeptid-1) ist ein Komplex aus dem Tripeptid Glycin-Histidin-Lysin und einem Kupfer(II)-Ion. Es wurde 1973 im menschlichen Serum entdeckt, wird in Kosmetik als „Copper Tripeptide-1“ eingesetzt und ist in der Forschung vor allem in Zellkultur- und Tiermodellen untersucht. Aussagen zur Anwendung am Menschen lassen sich daraus nicht ableiten.

GHK-Cu in einem Satz

GHK-Cu — auch Kupfer-Tripeptid-1, in Kosmetik Copper Tripeptide-1 — ist ein kleines Peptid aus drei Aminosäuren (Glycin, Histidin, Lysin), das ein Kupfer(II)-Ion fest bindet. CAS-Nummer 89030-95-5, Molekulargewicht 402,92 Da, Summenformel C₁₄H₂₃N₆O₄Cu.

Aufbau: drei Aminosäuren und ein Kupfer-Ion

Das Peptid GHK besteht aus Glycin, Histidin und Lysin, in genau dieser Reihenfolge. Es hat eine hohe Affinität zu Kupfer(II): Das Metall wird vor allem über Stickstoffatome im Glycin- und Histidin-Teil gebunden, so entsteht ein stabiler Komplex. Dieser Komplex ist blau-violett — die typische Farbe von Kupfer(II)-Verbindungen. GHK ohne Kupfer ist dagegen ein weißes Pulver.

Für die Forschung wird GHK-Cu als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver geliefert. In dieser Form ist es lange stabil; gelöst wird es erst im Labor, üblicherweise in Wasser oder PBS-Puffer.

Herkunft: 1973 im menschlichen Serum entdeckt

Loren Pickart und M. M. Thaler isolierten das Tripeptid Anfang der 1970er-Jahre aus menschlichem Serum und beschrieben 1973, dass es in Zellkultur das Überleben von Leberzellen verlängerte (PubMed 4349963). Später wurde GHK auch in Speichel und Urin nachgewiesen. Seitdem ist es eines der am längsten untersuchten kleinen Peptide.

GHK, GHK-Cu und AHK-Cu — die Unterschiede

StoffAufbauKupferFarbe
GHKGly-His-Lysneinweiß
GHK-CuGly-His-Lys:Cu²⁺ja, als Komplexblau-violett
AHK-CuAla-His-Lys:Cu²⁺ja, als Komplexblau

AHK-Cu ist ein naher Verwandter: Statt Glycin steht Alanin am Anfang. Die meisten Arbeiten zu „Kupferpeptiden“ beziehen sich aber auf GHK-Cu.

Kosmetik oder Forschung?

Wer nach GHK-Cu sucht, stößt schnell auf Seren und Cremes. Dort steht der Stoff als Copper Tripeptide-1 in der Inhaltsstoffliste — als ein Bestandteil einer fertigen Rezeptur, in geringer Konzentration. Das ist etwas grundlegend anderes als reines GHK-Cu-Pulver für die Forschung: Dort geht es um die Substanz selbst, ihre Reinheit (per HPLC gemessen) und einen Laborbericht, der sie belegt.

Was die Forschung untersucht hat

Die wichtigsten Stationen aus fünf Jahrzehnten — alle aus Zellkultur und Tiermodellen:

JahrArbeitModellQuelle
1973Tripeptid aus menschlichem Serum verlängert das Überleben von LeberzellenZellkulturPubMed 4349963
1988Gesteigerte Kollagensynthese in Fibroblastenkulturen unter GHK-CuZellkulturPubMed 3169264
1993Vermehrte Bindegewebsbildung im WundmodellRattePubMed 8227353
2012Übersicht zu Befunden rund um oxidativen StressÜbersichtsarbeitPubMed 22666519
2015Übersicht zu Signalwegen in Regenerationsmodellen der HautÜbersichtsarbeitPubMed 26236730
2018Auswertung von Genexpressionsdaten: GHK verändert die Aktivität zahlreicher GeneÜbersichtsarbeitPubMed 29986520

Grenzen der Datenlage

Die Befunde stammen überwiegend aus Zellkultur und Tiermodellen, und ein großer Teil der Übersichtsarbeiten kommt aus derselben Forschungsgruppe um Loren Pickart. Wie belastbar einzelne Ergebnisse sind, lässt sich erst mit unabhängigen Wiederholungen sagen. Aussagen über eine Wirkung am Menschen lassen sich aus dieser Datenlage nicht ableiten — und GHK-Cu als Forschungsmaterial ist dafür auch nicht bestimmt.

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Häufige Fragen zu GHK-Cu

Was ist GHK-Cu?
GHK-Cu (Kupfer-Tripeptid-1, CAS 89030-95-5) ist ein Komplex aus dem Tripeptid Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin (GHK) und einem Kupfer(II)-Ion. GHK wurde 1973 im menschlichen Serum beschrieben und zählt zu den meistuntersuchten Peptiden der Zell- und Bindegewebsforschung.
Ist „Kupferpeptid“ dasselbe wie GHK-Cu?
Meist ja: Im Alltag ist mit „Kupferpeptid“ fast immer GHK-Cu gemeint. Streng genommen gibt es weitere Kupfer-Peptid-Komplexe, zum Beispiel AHK-Cu (Ala-His-Lys:Cu²⁺).
Warum ist GHK-Cu blau?
Die Farbe stammt vom gebundenen Kupfer(II)-Ion — Kupfer(II)-Komplexe sind typischerweise blau. GHK ohne Kupfer ist ein weißes Pulver.
Was ist der Unterschied zwischen GHK und GHK-Cu?
GHK ist das reine Tripeptid. GHK-Cu ist derselbe Baustein, bereits mit einem Kupfer(II)-Ion verbunden. Die meisten Forschungsarbeiten beziehen sich auf den Kupferkomplex.
Was bedeutet „Copper Tripeptide-1“?
Das ist die INCI-Bezeichnung von GHK-Cu, also der Name, unter dem es in Inhaltsstofflisten von Kosmetik steht.
Wer hat GHK-Cu entdeckt?
Loren Pickart und M. M. Thaler beschrieben das Tripeptid 1973 in der Zeitschrift Nature New Biology, nachdem sie es aus menschlichem Serum isoliert hatten.
Ist GHK-Cu für die Anwendung am Menschen zugelassen?
Nein. Als Forschungsmaterial ist GHK-Cu ausschließlich für die In-vitro-Forschung und laboranalytische Zwecke bestimmt (Research Use Only). Eine Anwendung am Menschen oder Tier ist nicht zugelassen.

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